Startup-Verband enttäuscht: Entwurf für einen Kompromissvorschlag zum Artikel 11 der EU-Urheberrechtsreform vorgelegt

Berlin, 29.03.2018: Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. (Startup-Verband) ist enttäuscht vom Entwurf für einen Kompromissvorschlag zu Artikel 11 der EU-Urheberrechtsreform (Leistungsschutzrecht). Axel Voss, Mitglied des Europäischen Parlaments und zuständiger Berichterstatter im Rechtsausschuss (JURI-Ausschuss), hat den Entwurf am 28. März vorgelegt. Der zuvor diskutierte Kompromiss einer Vermutungsregel wurde nicht aufgegriffen, das Leistungsschutzrecht soll neben Presseverlegern nun noch auf Nachrichtenagenturen ausgeweitet werden. Die Schutzdauer von 20 Jahren wird nicht verkürzt und kleinste Textausschnitte, sogenannte Snippets, sind ebenso wenig ausgenommen wie einfaches Hyperlinking, wenn es öffentliche Kommunikation darstellt.

Florian Nöll, Vorsitzender des Startup-Verbandes: „Wir sind enttäuscht von den gestern vorgelegten Änderungen des Artikels 11 der EU-Urheberrechtsreform. Ein Kompromissvorschlag sollte genau das sein: Ein Kompromiss. Die nun vorgelegten Änderungen sind aber alles andere als das. Sie sind Ausdruck einer ausdauernden Resistenz gegenüber den vielen, oft und hörbar vorgetragenen, Argumenten der Kritiker des Leistungsschutzrechtes auf europäischer Ebene. Ich kann es mir nicht erklären, wie man sich einer sachlichen Debatte derart entziehen und keine Konsequenzen aus der berechtigten Kritik ableiten kann.“

Nöll weiter: „Wir bitten die Abgeordneten des Europäischen Parlaments, insbesondere den zuständigen Berichterstatter Axel Voss, die Bedenken und Argumente der Wirtschaftsverbände, der Journalistenverbände, der kleinen Presseverleger, der Kunst- und Kreativen-Szene, der zivilen Netzgemeinde, der Wissenschaft, der Digitalwirtschaft und der europäischen Startups und Investoren ernst zu nehmen. Wir bitten sie einen fairen und angemessenen Ausgleich der Interessen der genannten Akteure und denen der großen europäischen Presseverleger und Nachrichtenagenturen herbeizuführen. Alle bisherigen Vorschläge und Entwürfe blenden eine Seite der Argumentation komplett aus. Genau so macht man schlechte Gesetze, unter deren Konsequenzen die Innovationsfähigkeit Europas leidet.“

 

Über den Startup-Verband
Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. wurde im September 2012 in Berlin gegründet. Der Verein ist der Repräsentant und die Stimme der Startups in Deutschland. Er erläutert und vertritt die Interessen, Standpunkte und Belange von Startup-Unternehmen gegenüber Gesetzgebung, Verwaltung und Öffentlichkeit. Er wirbt für innovatives Unternehmertum und trägt die Startup-Mentalität in die Gesellschaft. Der Verein versteht sich als Netzwerk der Startups in Deutschland.

Kontakt  

Paul Wolter

Paul Wolter
Teamleiter Politik & Kommunikation
paul.wolter@deutschestartups.org
030 609 8959 101

Nichts mehr verpassen!

Jetzt zum Startup-Verband Newsletter anmelden!
Zur Anmeldung