Startup-Verband und Bitkom starten Initiative #startupdiversity

  • VCs berichten über den Frauenanteil bei ihren Investments
  • Öffentliche Fonds sollen gezielt in Unternehmen von Gründerinnen investieren

Berlin, 23.03.2021: Venture-Capital-Gesellschaften sollen sich künftig dazu verpflichten, ihre Investments in Startups mit Gründerinnen transparenter zu machen und zudem für mehr Frauen im eigenen Management zu sorgen. Das schlagen der Startup-Verband und der Digitalverband Bitkom vor. Die beiden Verbände haben zusammen die Initiative #startupdiversity gestartet und dazu heute gemeinsame Vorschläge veröffentlicht. Ziel ist es, den seit Jahren bei rund 16 Prozent stagnierenden Gründerinnenanteil in Deutschland zu steigern. Teilnehmende VCs verpflichten sich freiwillig, einmal jährlich Auskunft über die Verteilung in ihren Portfoliounternehmen sowie im eigenen Investment-Team zu geben.

„Den Herausforderungen von Frauen – insbesondere mit Blick auf die Themen Finanzierung und Vernetzung – ist in den letzten Monaten mit mehr Sensibilität begegnet worden. Gleichzeitig ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch Corona zu einer echten Zerreißprobe geworden, was bestehende Probleme für Frauen weiter verschärft. Daher ist es wichtig, das Thema gerade jetzt ganz nach vorne zu stellen. Als Verband tun wir das zusammen mit dem Bitkom mit der Initiative #startupdiversity”, erläutert Christian Miele, Präsident des Bundesverbands Deutsche Startups.

„Neue digitale Technologien prägen und verändern unseren Alltag. Bei ihrer Entwicklung erzielen wir die besten Ergebnisse durch möglichst große Diversität – und dazu gehört auch ein nicht allein männlicher Blick auf die entsprechenden Herausforderungen und Lösungen. Unser Anliegen ist es, mit der Initiative in einem ersten Schritt die Sichtbarkeit von Gründerinnen im Startup-Ökosystem insgesamt zu erhöhen und an den entscheidenden Stellen Verbesserungen zu erreichen”, so Bitkom-Präsident Achim Berg.

Dabei betonen die Initiatoren, dass die Erhöhung des Frauenanteils im Startup-Ökosystem kein Selbstzweck ist, sondern ein Gebot wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Vernunft. Studien zeigen, dass Startups mit Frauen im Gründungsteam im Vergleich zu reinen Männerteams signifikant mehr Umsatz generieren und einen höheren Return on Invest aufweisen. Neben der Selbstverpflichtung von VCs schlagen Startup-Verband und Bitkom zudem vor, öffentliche Investoren und öffentliche Förderinstrumente als Hebel zu nutzen, etwa durch einen eigenen Fonds, der sich speziell an Gründerinnen richtet. Erfolgreiche Startups mit einer Größe ab etwa 200 Mitarbeitenden sollen darüber hinaus als Vorbilder vorangehen und den Frauenanteil in Managementpositionen gezielt stärken.

Unter dem Dach der Initiative #startupdiversity versammeln die Initiatoren Startup-Verband und Bitkom weitere Unterstützerinnen und Unterstützer. Angefangen von Organisationen wie dem Beirat Junge Digitale Wirtschaft, SEND e.V. und dem KI-Bundesverband bis hin zu zahlreichen Einzelpersonen wie Verena Pausder, Maxim Nohroudi und Lea-Sophie Cramer. Sie alle stellen sich hinter die Forderungen, Hürden und Barrieren für Frauen im Startup-Ökosystem abzubauen.

„Wir wollen mit der Initiative eine langfristige Veränderung im Startup-Ökosystem – hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und Diversität insgesamt. Dafür wollen wir Debatten anstoßen, Awareness schaffen und mit regelmäßigen Datenauswertungen Erfolge dokumentieren“, so Christian Miele. „Dabei müssen wir ganz früh ansetzen, wenn wir mehr Frauen für das Gründen begeistern wollen. Dazu gehört, die Themen Unternehmensgründung und MINT-Fächer an den Schulen stärker in den Fokus zu rücken – und zwar insbesondere mit Blick auf Mädchen und junge Frauen. Hier würde helfen, erfolgreiche Gründerinnen als echte Vorbilder in die Schulen zu holen, damit sie von ihren Erfahrungen berichten und begeistern können“, sagt Achim Berg.

 

Alle Informationen zur Initiative #startupdiversity finden Sie unter der Website www.startup-diversity.de

 

Über Bundesverband Deutsche Startups:
Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. wurde im September 2012 in Berlin gegründet. Der Verein ist der Repräsentant und die Stimme der Startups in Deutschland. Er erläutert und vertritt die Interessen, Standpunkte und Belange von Startup-Unternehmen gegenüber Gesetzgebung, Verwaltung und Öffentlichkeit. Er wirbt für innovatives Unternehmertum und trägt die Startup-Mentalität in die Gesellschaft. Der Verein versteht sich als Netzwerk der Startups in Deutschland. Weitere Informationen zum Startup-Verband finden Sie unter www.deutschestartups.org

Über Bitkom:
Bitkom vertritt mehr als 2.700 Unternehmen der digitalen Wirtschaft, davon gut 2.000 Direktmitglieder. Sie erzielen allein mit IT- und Telekommunikationsleistungen jährlich Umsätze von 190 Milliarden Euro, darunter Exporte in Höhe von 50 Milliarden Euro. Die Bitkom-Mitglieder beschäftigen in Deutschland mehr als 2 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zu den Mitgliedern zählen mehr als 1.000 Mittelständler, über 500 Startups und nahezu alle Global Player. Bitkom fördert und treibt die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft und setzt sich für eine breite gesellschaftliche Teilhabe an den digitalen Entwicklungen ein. Ziel ist es, Deutschland zu einem weltweit führenden Digitalstandort zu machen.

Kontakt

Franziska Teubert

Franziska Teubert
Geschäftsführerin
ft@deutschestartups.org

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