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Stellungnahme

Deutsche Börse Venture Networks

1. Executive Summary

Die Finanzierungssituation für Startup-Unternehmen muss deutlich verbessert werden. Dazu gehört insbesondere, dass Börsengänge technologieorientierter Unternehmen in Deutschland in deutlich größerer Zahl möglich sein müssen. Nun kündigte die Deutsche Börse die Einführung des „Deutsche Börse Venture Networks“ an. Dabei handelt es sich zwar nicht um ein neues Börsensegment, wie von den Startups in Deutschland gefordert wurde, sondern um ein Programm, das sich aus einer nicht-öffentlichen Onlineplattform zur Anbahnung von Finanzierungsrunden sowie aus verschiedenen Trainings- und Networking-Veranstaltungen zusammensetzt. Ausschließlich Wachstumsunternehmen können sich für eine Aufnahme in das Programm qualifizieren, wenn bestimmte Auswahlkriterien erfüllt sind. So müssen sich die bewerbenden Startups bereits in der Entwicklungsstufe der Spätfinanzierung, der sogenannten Growth-, Late- oder Pre-IPO-Phase befinden und auch erste unternehmerische Erfolge nachweisen können.

Wir begrüßen grundsätzlich die Pläne der Deutschen Börse, ein solches Venture Network einzurichten und respektieren, dass man diesen Zwischenschritt gehen möchte. Es ist in Anbetracht der sehr risikoaversen Investitionskultur in Deutschland der notwendige erste Schritt, um zu zeigen, dass man aus Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Gleichzeitig freuen wir uns auch sehr darüber, dass schon die ersten Unternehmen, wie etwa 004, Auctionata, brillen.de, Brille24, Hitmeister, Home24, Kreditech, NFON, Proteros, reBuy, stylefruits oder Swyx, unter denen sich auch einige unserer Mitglieder befinden, diesen Schritt wagen möchten.

Dennoch müssen wir mahnen: Wenn wir zu lange damit warten einen Börsenindex für Wachstumsunternehmen zu schaffen, werden sich unsere wachstumsstärksten Technologiegründungen für andere internationale Börsenplätze entscheiden oder zum Unternehmensverkauf gezwungen sein. Mit der Einführung des „Deutsche Börse Venture Networks“ sehen wir daher die Diskussion über den Neuen Markt 2.0. in Deutschland noch lange nicht als abgeschlossen an.