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PRESSEMITTEILUNG


Bildungs-Startups beklagen Markteintrittsbarrieren – Bundestag diskutiert mit innovativen Wachstumsunternehmen

 

Berlin, 28.09.2018. Beim Roundtable „Digitale Bildung in Deutschland beschleunigen - gemeinsam mit Startups“ haben am Mittwoch, 26. September 2018, die Mitglieder der Plattform EdTech im Startup-Verband mit Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion und Vertretern mehrerer Bundesministerien im Bundestag diskutiert.

Hintergrund des Austauschs, für den das Bundestagsbüro Ronja Kemmer mit dem Startup-Verband kooperierte, sind die besonderen Hemmnisse, denen sich innovative Startups beim Zugang zum Bildungssektor vielfach gegenübersehen. Um tatsächlich zu gewährleisten, dass Deutschlands Bildungseinrichtungen der Übergang in eine digitale Zukunft gelingt, bedarf es eines Kraftaktes und der Kooperation aller beteiligten Institutionen und Organisationen. Ziel muss es sein, die technischen und regulatorischen Hürden abzubauen, um den Lernenden die bestmögliche Bildung zuteil werden zu lassen. In dieser Transformationsphase bieten sich Startups als innovativer und zukunftsorientierter Wegbereiter an.

Florian Nöll, Vorsitzender des Startup-Verbandes: „Unsere Schulen stecken in der Kreidezeit fest. Dabei liefern Startups schon heute die Ideen und Inhalte, damit unsere Schulen und Universitäten mit der Lebenswirklichkeit von Mensch und Wirtschaft Schritt halten können. Dabei müssen die meisten aber gegen systemische Widerstände kämpfen. Um bessere Voraussetzungen zu schaffen, müssen wir Lehrerinnen und Lehrer stärker befähigen, neue Ansätze in ihren Unterricht integrieren zu können. Es sind gerade auch die etablierten Bildungsanbieter, die in der Pflicht stehen, sich für die Chancen der Digitalisierung zu öffnen. Unsere Startups sind schon lange bereit für einen Dialog. Mit dem Digitalpakt wird ein wichtiger Schritt in Sachen Vernetzung der Schulen getan und eine Voraussetzung geschaffen, damit auch die innovativen Inhalte der Startups Einzug in die Bildungseinrichtungen halten können. Lange Umsetzungszyklen können wir uns allerdings nicht leisten, wenn wir die Kreidezeit hinter uns lassen wollen.“

Ronja Kemmer MdB, CDU/CSU: „Beim Roundtable "Digitale Bildung in Deutschland beschleunigen - gemeinsam mit Startups", hat im Bundestag auf meine Initiative hin ein intensiver Austausch zwischen Politik und Startups über Chancen und Herausforderungen im Bereich der digitalen Bildung stattgefunden. Wir müssen bei der digitalen Bildung in Deutschland viel schneller vorankommen. Ausgangspunkt dafür ist eine qualitativ hochwertige Vermittlung digitaler Kompetenzen für alle Schüler. Ohne eine gute digitale Infrastruktur an allen Schulen kann dies nicht gelingen. Mit dem Digitalpakt Schule wollen wir hier einen großen Sprung nach vorne schaffen. Um schnelle und nachhaltige Fortschritte beim digitalen Lernen in der ganzen Bildungskette zu erzielen, von Schule, Ausbildung über die Hochschule bis zur Weiterbildung, braucht es eine engere Kooperation der Politik mit neuen und innovativen Akteuren aus dem Bildungssystem. Wir müssen prüfen, wo es notwendig ist, "out of the box" zu denken und festgefahrene Strukturen zu überwinden. Gerade Startups bieten sich hier als zukunftsorientierte Wegbereiter an. Die Diskussion hat gezeigt, dass für Startups im Bildungsbereich noch viele Hindernisse bestehen. Diese müssen, wo nur möglich, abgebaut werden. Der Digitalpakt Schule kann auch in diesem Bereich eine neue Dynamik entfalten."

Tobias Göcke, Leiter der EdTech Plattform und Geschäftsführer der SupraTix GmbH: „Als Fachgruppenleiter und auch als Geschäftsführer eines EdTech-Startups werde ich jeden Tag mit den Problemen fehlender digitaler Kompetenzen konfrontiert. Momentan treffen in Schulen, Universitäten und Unternehmen Welten aufeinander. Der digital Native, der sich digital organisiert, strukturiert und kommuniziert, trifft auf den überforderten und mit der Digitalisierung allein Gelassenen. Weiterhin verringern starre Strukturen in Ministerien und lange Entscheidungszyklen die Innovationsfähigkeit im Bildungsbereich. Auch fehlende einheitliche Qualitätsstandards für alle Lern- und Lehrmittel sowie nicht vorhandene Budgets zählen zu den Hemmnissen moderner und zeitgemäßer Bildung. Dabei darf im Schulbereich die Verantwortung nicht auf die einzelne Schule, auf den Lehrenden und auch nicht auf die Eltern verlagert werden. Die Startups sehen die Verantwortung beim Bund und bei den Ländern für geeignete Arbeitsmittel zu sorgen und Chancengleichheit sicherzustellen. Gerade moderne digitale Lernmethoden lassen individuelle als auch objektive Fördermaßnahmen zu, passen die zu erzielenden Kompetenzen individuell an. Der größte Mehrwert wird erzeugt, wenn analoge und digitale Lehrmittel in didaktischen Konzepten zusammenwirken. Dabei ist anzumerken, dass dies nicht automatisch durch eine Internetanbindung entsteht, sondern mit Inhalten, Weiterbildungen und Innovationen und einem neuen Verständnis für den Lernort Schule. Hier steuern Startups bereits heute innovative und zeitgemäße Bildungsangebote bei. Mit unserem EdTech Roundtable haben wir eine vielschichtige Diskussion zum Digitalpakt Schule anstoßen können. Ich bedanke mich bei allen Akteuren, die unseren EdTech Roundtable unterstützt haben.“

 

Über den Startup-Verband

Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. wurde im September 2012 in Berlin gegründet. Der Verein ist der Repräsentant und die Stimme der Startups in Deutschland. Er erläutert und vertritt die Interessen, Standpunkte und Belange von Startup-Unternehmen gegenüber Gesetzgebung, Verwaltung und Öffentlichkeit. Er wirbt für innovatives Unternehmertum und trägt die Startup-Mentalität in die Gesellschaft. Der Verein versteht sich als Netzwerk der Startups in Deutschland.

 

Hier geht's zur Pressemitteilung als PDF.

 

Pressekontakt

Bundesverband Deutsche Startups e.V.

Paul Wolter

Teamleiter Politik und Kommunikation

+49 (0) 30 609 8959 101

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