Germany English BVDS @ Facebook BVDS @ Twitter BVDS @ LinkedIn

PRESSEMITTEILUNGEN


Exits dürfen nicht verboten werden – Startup-Verband zu Altmaiers Vorschlägen zum Wettbewerbsrecht

 

Berlin, 04.09.2018. Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. (Startup-Verband) bewertet die Ergebnisse der Studie „Modernisierung der Missbrauchsaufsicht für marktmächtige Unternehmen“ sowie die darauf aufbauenden Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums das Wettbewerbsrecht anzupassen ambivalent. Eine Befassung mit den Konsequenzen der Entwicklungen in der digitalen Wirtschaft für ein modernes Kartellrecht sind zu begrüßen, jedoch müssen einzelne Maßnahmen differenziert und auf ihre jeweilige Wirkung hin untersucht werden. Anpassungen des Wettbewerbsrechts, die zur Folge haben, dass Unternehmensverkäufe erschwert werden, sind der grundlegend falsche Weg, weil damit gleichzeitig Investitionen eingeschränkt werden.

Florian Nöll, Vorsitzender des Startup-Verbandes: „Wir begrüßen sehr, dass sich das Bundeswirtschaftsministerium mit den Entwicklungen in der digitalen Wirtschaft und möglichen Anpassungsbedarf im Kartellrecht befasst. Wettbewerbsbehindernde Praktiken marktbeherrschender Player müssen unterbunden werden. Markteintrittsbarrieren für Herausforderer müssen beseitigt werden, sollte es sie geben. Doch diese Anpassungen müssen mit Bedacht vorgenommen werden, um nicht das Gegenteil dessen zu erreichen, was man mit ihnen intendiert hat. Insbesondere das vorgeschlagene Exit-Verbot wäre Gift für das Investitionsklima in Deutschland.

Denn bereits mit der 9. GWB Novelle wurde das Investitionsklima in Deutschland für Startups verschlechtert. Jetzt noch eins draufzusetzen und bestimmte Unternehmensverkäufe zu verbieten, ist genau der falsche Weg. Business Angels und Wagniskapitalfonds werden nicht in Startups investieren, wenn sie davon ausgehen müssen, dass der Verkauf der erworbenen Anteile verboten werden könnte. Das Ergebnis ist, dass die existierenden Marktführer gestärkt werden, weil ihre Herausforderer – die jungen innovativen Startups – keine Investitionen mehr erhalten. Durch solche Vorschläge werden alle Fortschritte und Erfolge der letzten Zeit zunichtegemacht. Exits dürfen nicht verboten werden, wenn wir nicht noch weiter im weltweiten Wettbewerb zurückfallen wollen.“

 

Über den Startup-Verband

Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. wurde im September 2012 in Berlin gegründet. Der Verein ist der Repräsentant und die Stimme der Startups in Deutschland. Er erläutert und vertritt die Interessen, Standpunkte und Belange von Startup-Unternehmen gegenüber Gesetzgebung, Verwaltung und Öffentlichkeit. Er wirbt für innovatives Unternehmertum und trägt die Startup-Mentalität in die Gesellschaft. Der Verein versteht sich als Netzwerk der Startups in Deutschland.

 

Hier gehts zur Pressemitteilung als PDF.

 

Pressekontakt

Bundesverband Deutsche Startups e.V.

Paul Wolter

Teamleiter Politik und Kommunikation

+49 (0) 30 609 8959 101

[email protected]