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PRESSEMITTEILUNG

 

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu Diesel-Fahrverboten: ÖPNV bekommt Chance auf dem Silbertablett

 

Berlin, 01.03.2018 – Das Bundesverwaltungsgericht hat am 27. Februar entschieden, dass Fahrverbote für PKWs mit Diesel-Motoren in Städten grundsätzlich zulässig sind. Dr. Tom Kirschbaum, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V. (Startup-Verband) und Gründer und Geschäftsführer des Technologieunternehmens door2door, sieht dieses Urteil als große Chance für den ÖPNV seine Angebote zu modernisieren. Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt und Energie betont die positive Wirkung eines attraktiven und möglichst kostengünstigen ÖPNVs auf lokale Luftemissionen.

Dr. Tom Kirschbaum: „Das heutige BVerwG Urteil ist hoffentlich der Weckruf, den die Städte brauchen, um aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwachen. Es ist ein Beleg dafür, dass bisher die Motivation gefehlt hat, Autofahrern echte Alternativen bereitzustellen. Statt Menschen in ihrer Wahlmöglichkeit einzuschränken, sollte man ihnen eine echte Alternative bieten - nur dann können sie ihr Verhalten umstellen. Erst wenn der ÖPNV deutlich flexibler, umfassender und effizienter wird - und mindestens so komfortabel wie das eigene Auto - werden die Menschen diesen als Verkehrsmittel der Wahl wahrnehmen. Deshalb ist es so wichtig, dass neue Mobilitätsangebote wie Ridesharing den ÖPNV deutlich ergänzen, ihn individualisieren und flexibilisieren. Dank moderner Technologien kann man heute Ridesharing-Dienste schnell und einfach realisieren. Dafür braucht es keine neuen U-Bahnlinien oder zusätzliche Leerfahrten, sondern lediglich eine Software-Lösung, wie die von door2door, und eine Shuttle-Flotte.“

Prof. Dr. Uwe Schneidewind: „Die Städte sollten das heutige Urteil als Weckruf nutzen. Spätestens jetzt ist es Zeit, aus dem oft defensiven Klein-Klein einzelner Schadstoffvermeidungsmaßnahmen zu umfassenden Systemlösungen zu kommen. Die digitale Vernetzung bietet völlig neue Chancen für die urbane Mobilität. Gerade für den Öffentlichen Nahverkehr steckt hier eine gewaltige Chance viel attraktiver und kostengünstiger zu werden. Ein Großteil der heutigen Autos lässt sich damit aus den Städten verbannen. Das zeigt die Praxis und die Planungen in Vorreiterstädten wie Kopenhagen, Amsterdam oder Lissabon. Je attraktiver der ÖPNV und je geringer die Zahl von Autos in den Innenstädte desto mehr entspannt sich auch die Diskussion über lokale Luftemissionen.

Kirschbaum weiter zum Potential intelligenter ÖPNV-Systeme: „Die von der OECD durchgeführte “Lissabon-Studie” hat gezeigt, wie ein flexibles, On-Demand Rideshare-Shuttle-System - integriert in den ÖPNV - die Anzahl privater Autos im Straßenverkehr und somit Emissionen deutlich reduzieren kann um sage und schreibe 97%! Auch mit dem Urteil des BVerwG ist es für Städte wie Stuttgart noch nicht zu spät. Es ist Zeit, einer Welle von Fahrverboten nachhaltig vorzubeugen.“

Schneidewind unterstreicht die Möglichkeiten für das Bundesland Nordrhein-Westfalen: „Gerade für Nordrhein-Westfalen stecken hier besondere Chancen - gerade im größten deutschen urbanen Ballungsraum Rhein-Ruhr. Noch setzen derzeit Städte wie Berlin, Hamburg oder Karlsruhe in Deutschland die Akzente für die Chancen neuer urbaner und digitaler Mobilität. Die Städte in NRW haben alle Potenziale, sich mit mutigen Planungen und Pilotversuchen an die Spitze zu setzen.”

 

Hier gehts zur Pressemitteilung als PDF.

 

Pressekontakt

Paul Wolter

Referent Kommunikation & PR

Bundesverband Deutsche Startups e.V.

+49 30 609 89 59 101

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